Bürgerstiftung: Warum ich auf den Sitz verzichte
Bürgerstiftung: Warum ich auf den Sitz verzichte
Die Bürgerstiftung Schongau ist eine gute Sache. Sie unterstützt seit vielen Jahren Projekte und Menschen in unserer Stadt und leistet damit einen wichtigen Beitrag für Schongau. Deshalb hatte ich mich nach meiner Wahl zum 2. Bürgermeister auch für den Sitz im Stiftungsrat zur Verfügung gestellt.
Das hatte einen einfachen Grund:
In der Vergangenheit wurde dieser Sitz regelmäßig vom jeweiligen 2. Bürgermeister wahrgenommen. Für mich lag deshalb zunächst nahe, dass dies auch künftig so sein würde. In der letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause kam es dann zur Abstimmung. Neben mir war auch Daniela Puzzovio vorgeschlagen. Das Ergebnis war ein Patt. Damit war zunächst niemand gewählt und die Entscheidung wurde vertagt.
Für mich war das kein Grund, mich über das Ergebnis zu ärgern oder die nächste Abstimmung unbedingt gewinnen zu wollen. Im Gegenteil. Die Situation gab mir die Gelegenheit, noch einmal in Ruhe darüber nachzudenken, ob dieser Sitz für mich tatsächlich die richtige Aufgabe ist.
Dabei bin ich zu einer klaren Entscheidung gekommen:
Ich möchte mich auf mein Amt als 2. Bürgermeister konzentrieren.
Die vergangenen Wochen haben mir gezeigt, wie vielfältig diese Aufgabe ist und wie viel Zeit und Aufmerksamkeit sie beansprucht. Ich habe für mich den Anspruch, dieses Amt ordentlich und mit dem notwendigen Einsatz auszufüllen. Da brauche ich nicht zusätzlich jeden möglichen Posten.
Vielleicht klingt das selbstverständlich. In der Politik ist es das nicht immer. Ein zusätzlicher Sitz ist schnell angenommen – die Zeit, die dahintersteckt, bleibt dabei gerne etwas unsichtbarer. Deshalb habe ich meine Bewerbung für den Sitz im Stiftungsrat zurückgezogen.
Damit war für mich die Sache eigentlich erledigt.
In der vom Sitzung 22.09.2026 wurde Daniela Puzzovio erneut vorgeschlagen. Sie bringt aus ihrer Zeit als 2. Bürgermeisterin bereits Erfahrung mit der Bürgerstiftung mit. Der Stadtrat hat sie schließlich einstimmig als Mitglied ohne Stimmrecht bestellt. Ich finde, damit ist eine gute Lösung gefunden.
Dass Daniela den Sitz gerne übernehmen wollte, ist kein Geheimnis. Ob es dabei auch ein bisschen darum ging, diesen Platz nicht ausgerechnet dem neuen 2. Bürgermeister zu überlassen, kann ich nicht beurteilen. Das muss sie selbst wissen.
Ich nehme es jedenfalls sportlich – und vor allem nehme ich meine eigene Entscheidung ernst.
Denn darum geht es mir letztlich:
Ich habe nicht verloren und auch nichts aufgegeben, was ich unbedingt haben wollte. Ich habe mich bewusst entschieden, eine zusätzliche Aufgabe nicht zu übernehmen. Für mich bedeutet Verantwortung nämlich nicht, möglichst viele Funktionen auszufüllen. Verantwortung bedeutet auch, zu wissen, wo die eigene Zeit und Energie am besten eingesetzt sind.
Und das ist für mich derzeit ganz klar mein Amt als 2. Bürgermeister von Schongau.
Die Bürgerstiftung werde ich deshalb natürlich weiterhin unterstützen. Nur eben nicht als Mitglied des Stiftungsrates.
Manchmal ist es im Leben und auch in der Politik ganz hilfreich, wenn eine Entscheidung nicht sofort fällt. Man bekommt dann die Gelegenheit, noch einmal darüber nachzudenken, was wirklich wichtig ist.
Diese Gelegenheit hatte ich.
Ich habe mich entschieden.
Und mit dieser Entscheidung bin ich sehr zufrieden.
Hans Rehbehn







